Geschichte der Kaffeemaschine

Geschichte der Kaffeemaschine

Eine Kaffeemaschine ist ein Gerät zur Herstellung von Kaffee. Dieser entsteht durch thermische Extration und Filtration von gemahlenen Kaffeebohnen (Heißextraktion) mit Wasser als Extraktionsmittel.

Hier finden sie verschiedene Kaffeemaschinen im Test.

Heute verbreitete Formen sind die Filterkaffeemaschine, der Kaffeevollautomat und die Espressomaschine, welche verschiedene Filterelemente einsetzen; Einweg-Kaffeefilter, Metallsiebe oder –Kaffeepads (für entsprechend ausgestattete Maschinen).

Geschichte

Kaffeemaschine auf Kaffeemaschinentest
Kaffeemaschinentest123 erste moderne Kaffeemaschine

Wigomat, die erste moderne Filterkaffeemaschine

Halbautomatische Kaffeemaschinen gibt es seit etwa 200 Jahren. Es wurden immer wieder sehr unterschiedliche Methoden entwickelt Kaffee zuzubereiten, wobei die Kaffeemaschinen zunächst mit Spiritus und erst seit dem ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts auch elektrisch betrieben wurden. Diese Geräte waren jedoch zunächst wegen ihres Preises für die breite Bevölkerung unerschwinglich. So kostete eine versilberte elektrische Kaffeemaschine in den 1930er Jahren in etwa ein halbes Jahresgehalt eines Arbeiters, meist handelte es sich um Perkolatoren.

Erst in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu wesentlichen technischen Verbesserungen und einer größeren Verbreitung von Kaffeemaschinen. Die 1954 patentierte Wigomat von Gottlob Widmann war die erste moderne Filterkaffeemaschine. Leider konnten wir so eine Kaffeemaschinentest noch nicht durchführen. Dieser Typus verbreitete sich von Deutschland aus, auch in Westeuropa und Nordamerika, sehr rasch und verdrängte die vorher üblichen Perkolatoren und Vakuumbereiter. Der wesentliche Vorteil lag in der geringeren Brühtemperatur, die dem Ideal der 92-94°C näher lag. Den Durchbruch in den Massenmarkt schaffte die Kaffeemaschine in den 1970er Jahren. Das noch heute übliche System, mit dem das Wasser erhitzt wird und tröpfchenweise durch den mit gemahlenem Kaffee gefüllten Kaffeefilter in eine Kanne auf einer Wärmeplatte gelangt, setzte sich damals durch. Über diese Kaffeemaschine gibt es bereits viele Kaffeemaschinentests.

Seit den 2000er Jahren werden Pad- und Kapselsysteme sehr offensiv beworben. Dem günstigen Preis der Maschine stehen zum klassischen Kaffee aus Siebträger-und Filtermaschinen höhere Folgekosten pro Kaffee an (Lock-in-Effekt).

Funktionsweisen

Kranenkanne

Krankenkassen auf Kaffeemaschinentest123
Kaffeemaschinentest123 hier eine Kranenkanne

Kranenkanne

Ein Vorläufer der Kaffeemaschine ist die Kranenkanne, umgangssprachlich auch „Dröppelminna“ genannt, die noch ohne Filter funktionierte. Sie wurde vor allem in Nord- und Nordwestdeutschland benutzt. Dabei handelt es sich um ein dickbauchiges, birnenförmiges, an eine Urne erinnerndes Gefäß mit einem kleinen Hahn, um den Kaffee herauszulassen. Seit 1700 sind die meist aus Zinn hergestellten Kannen belegt. Da es noch keine Filtertüten gab und der lose in der Kanne schwimmende Kaffeesatz leicht den Ausguss verstopfte, „dröppelte“ der Kaffee oft nur in die bereitgestellte Tasse.

Pressstempelkanne

Pressstempel auf Kaffeemaschinentest123
Kaffeemaschinentest123 mit Pressstempel

Pressstempelkanne

Eine einfache Art Kaffee zu kochen, ist die auch French Press genannte Pressstempelkanne. Das Wasser wird direkt auf das Kaffeepulver gegeben, und nach etwa drei bis fünf Minuten Ziehdauer wird der Kolben heruntergedrückt. Je nach Kaffeemenge und Ziehdauer ergibt dies ein stärkeres Aroma als beim Filterkaffee, auch weil mehr kleinere Pulverpartikel, welche nicht erfasst und ausgefiltert werden, im fertigen Kaffee verbleiben. Die Pressstempelkannen werden auch bald im Kaffeemaschinentest zu lesen sein.

Seihkanne

Sehergabe auf Kaffeemaschinentest123
Kaffeemaschinentest123 mit Seierkanne

Seihkanne mit aufgesetztem Filter aus Metall

Schematische Darstellung der Funktionsweise einer elektrischen Filterkaffeemaschine

Kaffeefilter aus Stoff, Metall und Porzellan wurden schon sehr früh zur Kaffeeherstellung verwendet. Der noch heute verwendete Papierfilter wurde 1908 von der Dresdner Hausfrau Melitta Bentz erfunden. Der nach ihr benannte Melitta-Konzern fertigt seitdem Kaffeefilter. In den 1930er Jahren bot Melitta sogenannte „Kaffeefiltriermaschinen“ an, die aber nur aus einer Kaffeekanne mit dazugehörenden Filteraufsatz und einem Wasserverteiler bestanden. Das kochende Wasser musste daher immer noch per Hand über das Mahlgut gegossen werden. Diese Form der „Kaffeemaschine“ wurde auch andernorts produziert, so etwa die Karlsbader Kanne, die allerdings keinen Papierfilter, sondern einen Dauerfilter aus Porzellan besaß. Trotz der Namensgleichheit sind diese frühen „Kaffeemaschinen“ von den elektrischen Filterkaffeemaschinen zu unterscheiden, die seit den 1970er Jahren produziert werden.

Filterkaffeemaschine

In einer elektrischen Filterkaffeemaschine läuft das Wasser durch ein im Zulaufschlauch eingebautes Rückschlagventil in ein beheizbares Rohr. Der Hauptschalter der Maschine aktiviert die Rohrheizung. Das Wasser erhitzt sich, bis sich Dampfblasen bilden, und es baut sich Druck auf, wodurch das Rückschlagventil schließt. Das heiße Wasser steigt durch ein Rohr nach oben in ein weiteres, meist schwenkbares Rohr, das über Filter endet, und tropft auf das Kaffeepulver im Filter. Der Druck im Heizrohr sinkt, bis das Rückschlagventil öffnet, und neues Wasser läuft in die Heizung. Sobald sich darin erneut Dampfblasen bilden, schließt das Ventil und das Wasser wird durch den Dampfdruck wieder in das Steigrohr gedrückt. Dieses Funktionsprinzip wird auch als Blasenpumpe bezeichnet.

In einer Kanne unter dem Filter sammelt sich der „Filterkaffee“.

Ist alles Wasser verkocht, steigt die Temperatur des Heizrohrs bis auf etwa 130 bis 150 °C; bei dieser Temperatur schaltet ein Temperaturschalter die Rohrheizung entweder ganz ab oder regelt bei Kaffeemaschinen mit Warmhaltefunktion für die Kanne, bei denen das Heizrohr direkt unter der Warmhalteplatte sitzt, nun die Temperatur der Platte durch zyklisches Ein- und Ausschalten, bis die Maschine von Hand abgeschaltet wird.

Zusätzlich sorgt eine Temperatursicherung dafür, dass bei einem Defekt keine Überhitzung auftreten kann. Sie spricht bei etwa 180 °C an.

Kaffeemaschinen benötigen zum Erhitzen des Wassers mehr Elektroenergie als Wasserkocher, da mit dem Dampf immer eine gewisse Energiemenge entweicht. Hinzu kommt die Warmhalteleistung nach Fertigstellung des Kaffees. Auch die normale Kaffeemaschine werden hier bei Kaffeemschinentest ausführlich behandelt.

Napoletaner und Potsdamer Boiler

Neopoletaner mit Kaffeemaschinentest123
Kaffeemaschinentest123 mit Neopoletaner

Napoletaner und elektrische Kippkanne. In der Mitte der Kanne befindet sich der Kaffeefilter

Kippkanne auf Kaffeemaschinentest123
Kaffeemaschinentest123 mit Kippkanne

Filterkaffeemaschine aus Deutschland um 1880; russisches Ei, oder Potsdamer Boiler genannt

Die Napoletaner ist im Grunde nichts anderes als eine Kaffeekanne mit aufgesetztem Kaffeefilter. Das Besondere ist aber ihre Konstruktion. Zwei Behälter (einer mit und einer ohne Tülle) werden übereinander befestigt, getrennt nur durch einen fest installierten Kaffeefilter in ihrer Mitte. Zum Kaffeekochen dreht man den Apparat erst einmal auf den Kopf und füllt den oberen, nunmehr unten befindlichen Behälter mit Wasser, schraubt darauf den Filter und die eigentliche Kaffeekanne, deren Tülle nun nach unten zeigt. Dann erhitzt man die Kanne. Sobald das Wasser kocht, dreht man sie um und erhält gefilterten Kaffee. Einfache Kannen dieser Art waren ursprünglich in Italien sehr verbreitet und hießen Napoletaner. Später stellte man auch aufwändig verarbeitete elektrische Geräte her.

Nach demselben Prinzip funktionieren auch die fein gearbeiteten Kannen aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, die „Russische Eikanne“ oder „Potsdamer Boiler“ genannt wurden. Hierbei wurde die oft schwenkbar an einem Bügel aufgehängte Kanne durch einen Spirituskocher erwärmt.

Perkolator

Die Perkolation ist auch heute noch eine häufig verwendete Methode, Kaffee zu kochen. Das Wort stammt vom lateinischen percolare, was so viel heißt wie seihen, filtern.

Perkolator auf Kaffeemaschinentest123
Kaffeemaschinentest123 mit Perkolator

Funktionsweise eines Perkolators

Perkolatorauf Kaffeemaschinentest123
Kaffeemaschinentest123 mit Perkolator

Espressokanne beim Kochen

Espressokanne auf Kaffeemaschinentest123
Kaffeemaschinentest123 mit Espressokanne

Elektrischer Pump-Perkolator von AEG um 1930; Entwurf: Peter Behrens

Der Kaffee-Perkolator wurde von Benjamin Thompson zwischen 1810 und 1814 erfunden.

Die Erfindung des modernen Kaffee-Perkolators mit Innenzylinder wird dem Pariser Blechschmied Laurens zugeschrieben. Er entwickelte 1819 die erste Kaffeekanne, bei der das Wasser auf dem Herd erhitzt wurde und dann durch einen Innenzylinder emporstieg. Dieses Prinzip wurde dann vielfach übernommen und verändert. Es wurde auch mit geschlossenen Systemen experimentiert, so genannten Dampfdruckperkolatoren.

In Amerika, wo die Filtermethode nicht so bekannt ist, wird noch öfter nach dem Perkolationsprinzip Kaffee zubereitet, ebenso in England und den Niederlanden. In Deutschland ist der Perkolator fast in Vergessenheit geraten. Manche Großkaffeemaschinen arbeiten aber noch nach diesem Prinzip. Die Geräte für den Hausgebrauch waren meist aus Metall, einfache Ausführungen aus Aluminium, andere aus verchromtem oder versilbertem Messing. Da der Kaffee leicht den Metallgeschmack annahm, gingen einige Hersteller dazu über, die Geräte wenigstens teilweise aus Glas herzustellen oder ganz aus Porzellan zu produzieren. Elektrische Kaffeemaschinen aus Porzellan waren in den USA sehr verbreitet. In Deutschland stellte Rosenthal in den 1930er Jahren Kaffeemaschinen her. Weit verbreitet sind vor allem die „Aromator“ genannten Geräte der Porzellanfabrik Neuerer.

Vom Funktionsprinzip her unterscheidet sich der Perkolator deutlich von der Filterkanne. Ein einfacher Perkolator ist eine Kanne, in deren Inneres ein Metallröhrchen gestellt wird. Am oberen Drittel dieses Zylinders ist ein Aluminiumbehälter befestigt, der als Kaffeefilter genutzt wird. Im Deckel der Kanne befindet sich meist eine kleine Glaskuppel, durch die man den Brühvorgang beobachten kann. Wird das Wasser erwärmt, wird es durch das Rohr nach oben gedrückt. Hier tropft es nun von oben auf das Mahlgut herab und vermischt sich dann wieder mit dem vorhandenen Wasser in der Kanne. Dieser zirkulierende Prozess wiederholt sich und wird erst abgebrochen, wenn der Kaffee die gewünschte Stärke hat.

Von diesen zirkulierenden Perkolatoren sind die Pump-Perkolatoren zu unterscheiden, bei denen das Wasser nur einmal über das Mahlgut tropft und dann in einem gesonderten Behälter aufgefangen wird. Diese Perkolatoren haben daher neben einem „Wasserbehälter“ einen weiteren Behälter für den fertigen Kaffee, der meist über einen kleinen Auslasshahn abgelassen wird.

Eine Sonderform der Pump-Perkolatoren ist die bekannte Espressokanne, die auf dem Herd erhitzt wird. Im Gegensatz zu den klassischen Pump-Perkolatoren durchdringt hier das Wasser den Kaffeefilter schon beim Aufsteigen.

Beispiele für verbreitete zirkulierende Perkolatoren aus deutscher Produktion sind etwa: WMF (Nachbau der amerikanischen Firma Landers/Universal von 1880 bis 1930, sowohl mit Spiritus beheizt, als auch elektrisch); Graetzor (1930–1966); LinnschiffFeldhaus (einfache Perkolatoren aus den 1950er Jahren), Rowenta (etwa 1920 bis 1962) und viele mehr.

Beispiele für bekannte Pump-Perkolatoren sind: AEG, (Deutschland, 1930er Jahre – Entwurf Peter Behrens); Moccadur (DDR, 1950er Jahre) und Therma (Schweiz, 1960er Jahre).

Perkolatoren werden auch in jüngster Zeit wieder aus Jenaer Glas hergestellt. Diese neuen Perkolatoren sind für Gas-, Ceran- und Elektroherde gleichermaßen geeignet.

Dampfdruckmaschine

Kochendes Wasser wird in einem geschlossenen Behälter durch den eigenen Druck durch ein mit Kaffeepulver gefülltes Sieb gedrückt. Es gibt weder eine Pumpe noch einen Hebel zur Erzeugung des Drucks. Diese Geräte wurden in der DDR in den 1980er Jahren als „Kaffeeboy“ von AKA-Electric vermarktet. In den frühen 1990er Jahren als „Espressomaschinen“ von Herstellern wie Krups, Braun und Tchibo. Ein Vorläufer dieser Geräte ist die Wigomat 203/wigoespresso.

Siebträgerkaffeemaschine

In der Siebträgerkaffeemaschine wird Wasser in einen beheizten Kessel oder Wärmetauscher auf etwa 90 °C erhitzt und unter etwa 9 bar Druck durch fein gemahlenes Kaffeemehl geleitet. Der Druck wird meist durch eine elektrische Pumpe erzeugt. Diese Methode wird meist zur Zubereitung von Espresso eingesetzt, die Maschinen eignen sich jedoch auch für nahezu alle anderen Kaffeespezialitäten.

Portionskaffeemaschine

Portionskaffeemaschine auf Kaffeemaschinentest123
Kaffeemaschinentest12300 mit Portionskaffeemaschine

Beispiel einer Portionskaffeemaschine

In den späten 1990er Jahren kamen Maschinen auf den Markt, bei denen der Kaffee in vorportionierter Form mittels so genannter Pads oder Kapseln in eine Haltevorrichtung eingelegt und unter Druck gefiltert wird. Es können bis zu drei Tassen Kaffee gleichzeitig gebrüht werden.

Kaffeevollautomat

Ein Kaffeevollautomat ist ein Gerät, das nach der Espresso-Methode vollautomatisch diverse Kaffeevarianten produzieren kann. Nicht zu verwechseln ist dieser mit der klassischen Espressomaschine.

Ausführliche Berichte verschiedener Kaffeevollautomaten finden sie natürlich auch hier bei Kaffeemaschinentest.

Zusätzlich zur Kaffeezubereitung können viele Geräte mit Hilfe von Wasserdampf Milch aufschäumen. Einige Modelle erzeugen den Milchschaum für einen Cappuccinooder Latte Macchiato mittels eines Cappuccinatore. Dieser saugt automatisch Milch an und verarbeitet sie zu Milchschaum. Die Geräte sind mit Reinigungs- und Entkalkungsprogrammen ausgestattet, die in regelmäßigen Abständen vom Nutzer die Zuführung der erforderlichen (und vom Hersteller angebotenen) Chemikalien verlangen. Um frühzeitiges Verkalken der Maschine zu vermeiden und um unerwünschte Stoffe aus dem verwendeten Wasser zu entfernen, statten die Hersteller ihre Geräte mit austauschbaren Wasserfiltern aus.

Geschichte

Verkaufs Vollautomat auf Kaffeemaschinentest123
Kaffeemaschinentest123 mit Verkaufs Vollautomat

Kaffeevollautomat als Verkaufsautomat mit Münzeinwurf

Kaffeevollautomaten haben sich aus dem Selbstbedienungsautomat entwickelt, wo sie als Verkaufsautomat anzutreffen sind. Da die Ausgabe von Fertigsuppen oder Süßgetränken kaum nachgefragt wurde, konzentrierte sich die Ausgabe mehr und mehr auf Kaffeeprodukte.

In den 1960er Jahren erfand Otto Bengtson in Berlin einen Kaffeevollautomaten mit integrierter Mühle, dieser wurde ab 1964 vermarktet[1],

Eine weitere Maschine entwickelte der Schweizer Ingenieur Arthur Schmed aus Rüti Ende der 1970er Jahre[2], die das Prinzip des Drucks und der kurzen Brühdauer der Espressomaschine aufnahm, und ebenfalls die Zubereitung automatisierte. Nach 2 Jahren Arbeit und Entwicklung hatte er um 1980 den ersten funktionstüchtigen Prototypen eines Kaffeevollautomaten hergestellt. 1985 stellte die Firma Solis auf einer Messe den Solis-Espresso-Vollautomat als Weltneuheit vor.

Funktionsprinzip

Kaffeemaschinentest mit Kaffeevolautomat
Kaffeemaschinentest mit Kaffeevollautomat

Kaffeevollautomat von De’Longhi

Kaffeevolautomat auf Kaffeemaschinentest123
Kaffeemaschinentest123 mit Kaffeevollautomat

Vollautomat wie er im Heimgebrauch eingesetzt wird

Einfache Filterkaffeemaschinen bestehen nur aus einem Heizkörper, der Wasser erhitzt und über das Kaffeepulver im Filter leitet. Ein Vollautomat besteht dagegen aus Mahlwerk, dem Heißwasserbereiter (Durchlauferhitzer), einer Pumpe sowie dem Herzstück, der Brühgruppe mit Antrieb. Je nach Hersteller ist die Brühgruppe dauerhaft im Gerät installiert oder kann zu Reinigungs- und Wartungszwecken einfach aus dem Gerät entnommen werden. Die Bedieneinheit steuert zusätzlich ggf. die Einrichtungen zur Heißwasserbereitung und Milchaufschäumen. Ferner erlaubt sie Einstellung von Tassengröße, Brühtemperatur, Wasserhärte (zur Festlegung der Entkalkungszyklen) und ggf. Pulvermenge (Stärke des Kaffees).

Das Mahlwerk zerkleinert die Bohnen direkt vor dem Brühvorgang. Die meisten Vollautomaten bieten die Möglichkeit der exakten Einstellung des Mahlgrades, wodurch die Intensität individuell bestimmt werden kann. Die Bohnen werden im Mahlwerk zuerst grob gestückelt und gelangen anschließend in engere Bereiche, in denen sie immer weiter bis hin zum gewünschten Mahlgrad verarbeitet werden. Moderne Geräte besitzen Kegel- oder Scheibenmahlwerke aus Keramik oder gehärtetem Stahl.

Der größte Unterschied zwischen Kaffee aus einer herkömmlichen Maschine für Filterkaffee und einem Vollautomat ist das Aroma, das sich am besten durch Druck entfalten kann. Bei der herkömmlichen Maschine passiert es schnell, dass der Kaffee zu bitter wird, da kein Druck erzeugt wird und durch den langen Kontakt mit dem Kaffeepulver immer mehr Bitterstoffe und Gerbstoffe in den Kaffee gelangen. Bei zu langem Brühen wird der Kaffee dann ungenießbar. Durch den Brühvorgang, der bei einem Kaffeevollautomaten in der Regel bei weniger als 30 Sekunden für eine Tasse Kaffee liegt, werden durch den Druck von ca. 7,5-9 bar mehr ätherische Öle und Aromen freigesetzt, jedoch durch die kurze Brühdauer weniger KoffeinGerbsäuren und Bitterstoffe. Das macht den Kaffee bekömmlicher und aromatischer. Durch die Crema werden die Aromen im heißen Kaffee/Espresso so lange eingeschlossen, bis diese sich auflöst. Dies passiert, wenn der Kaffee/Espresso abkühlt. Je länger die Crema erhalten bleibt, desto länger bleibt der gute und aromatische Geschmack des Kaffees erhalten.

Der Druck ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen guten Espresso. Man benötigt einen bestimmten Druck für einen Espresso. Dieser liegt ungefähr zwischen 7,5 und 9 bar. Bei diesem Druck ist es gewährleistet, dass sich die Aromen der Espresso- bzw. Kaffeebohne am besten entfalten können. Bei den meisten Vollautomaten beträgt der maximale Pumpendruck ca. 15 bar. Der Maximaldruck einer Pumpe beschreibt jedoch lediglich die maximale Leistungsfähigkeit der Pumpe, nicht den Druck, mit dem tatsächlich Kaffee gebrüht wird. Der Brühdruck baut sich dadurch auf, dass die Pumpe das Brühwasser gegen das verdichtete Kaffeemehl presst. Als guter Richtwert hat sich hier ein Druck von ca. 9 bar herausgestellt, der dazu führt, dass die Aromabestandteile optimal aus dem Kaffeemehl gelöst werden.

Die gemahlenen und ausgepressten Bohnenrückstände, auch Trester genannt, werden nach der Zubereitung des Kaffees mit Hilfe einer mechanischen Vorrichtung von der Brühgruppe in einen Auffangbehälter befördert, der regelmäßig geleert und gereinigt werden muss.

Des Weiteren ist bei den meisten Maschinen heutzutage eine Milchaufschäumdüse integriert. Bei vielen Modellen ist es sogar möglich, mit dieser Heißwasser für Tee zu produzieren. Viele Firmen bieten die Möglichkeit an, eine Cappuccinodüse nachzukaufen, mit der man durch einfaches Drehen Milchschaum erzeugen kann. Diese zieht dann den Wasserdampf vom Vollautomaten, saugt die Milch aus einem Behälter und schäumt diese durch eine Düse in die darunterstehende Tasse. Bei den meisten Vollautomaten ist nur ein Wärmekreislauf enthalten, daher kann beispielsweise das Erzeugen eines Latte Macchiato einige Minuten in Anspruch nehmen, denn nach der Produktion des Milchschaums muss der Heizkreislauf wieder heruntergekühlt werden, um den danach folgenden Kaffee/Espresso nicht zu verbrennen. Bei modernen Geräten dauert das ca. 10-30 Sekunden. Einige hochwertige Geräte verfügen über zwei getrennte Heizkreisläufe und ermöglichen die gleichzeitige Zubereitung von Milchschaum und Kaffee bzw. Espresso ohne Verzögerung.

Gerätetypen und Hersteller

Kaffeevollautomaten werden grob in solche für die Gastronomie und solche für den Heimgebrauch unterschieden. Der Aufbau der meisten Geräte zeichnet ein exzessiver Einsatz von Kunststoffteilen aus. Die Plastikteile werden aus dekorativen Gründen auf der Oberfläche mit einigen Metallzierteilen bestückt, oder großflächig mit Metalliclack oder Verchromungen versehen. Bunte Displays und LED-Beleuchtungen gehören ebenfalls zur Inszenierung der Geräte.

Einige Hersteller fertigen ihre Vollautomaten auch für Fremdfirmen aus dem Bereich der Haushaltsgeräte. Diese sind vom Innenleben her baugleich mit den betreffenden Modellen des Originalherstellers und unterscheiden sich nur im Gehäusedesign. Marken von Kaffeevollautomaten sind unter anderem: MieleWMFMelittaBoschSiemensJuraPhilipsSaecoSolisDe’LonghiNivonaThermoplanFrankeSchaererCafinaEgro und HGZ.

Haltbarkeit und Service

Kaffeevollautomaten werden von verschiedenen, zumeist italienischen und Schweizer Herstellern, produziert. Die Preisspanne der angebotenen Produkte liegt ab 200 Euro aufwärts, wobei der Ladenpreis vornehmlich die Anzahl der Ausstattungsmerkmale kennzeichnet, jedoch keinen Rückschluss auf die Qualität der verbauten Teile oder die Haltbarkeit der Maschine insgesamt zulässt.

Im Internet sind mehrere deutschsprachige Foren zu finden, die sich ausschließlich mit der Problembehebung (Reparaturen, Bezug von Ersatzteilen usw.) auseinandersetzen. Dabei stellt sich oft heraus, dass preisunangemessene, minderwertige Bauteile (das betrifft auch Kleinteile wie Dichtungsringe) verwendet werden und sich durch höherwertige Teile die Funktionstüchtigkeit und Haltbarkeit nachweislich wesentlich verlängern ließe.

2013 wurde ein Vollautomat von Saeco Gegenstand eines Rechtsstreits, in dem der Kunde sich getäuscht sah, weil die Maschine keinen ordentlichen Milchschaum produzierte. Das Amtsgericht argumentierte, dass kein einziges Gerät (zumindest die Vollautomaten) im Preissegment der 849,- Euro ordentlichen Milchschaum produzieren kann. [3] [4].

Der Westdeutsche Rundfunk hat in seiner Fernsehreihe „Servicezeit Technik“ am 4. August 2005 das Thema aufgegriffen und kommt zu dem – auch in den einschlägigen Internetforen vertretenen – Urteil, dass die Kaffeevollautomaten bislang in einer Qualität gebaut werden, die sich nach etwa 1500 Tassen (entspricht in den meisten Fällen einer Nutzungszeit von etwa zwei Jahren und damit der gesetzlich vorgeschriebenen Gewährleistungszeit) verstärkt reparaturanfällig zeigen. Der dann einsetzende Kundendienst ist wiederum teilweise so schlecht, dass er die Stiftung Warentest auf den Plan rief, die unerkannte Fehler, überhöhte Servicepreise und zu lange Ausfallzeiten der Geräte bemängelte.[5]

Kaffeevollautomaten werden von diversen Anbietern auch in einem Vollservicekonzept zur Verfügung gestellt bzw. vermietet. Diese Angebote richten sich vornehmlich an gewerbliche Kunden. Das Risiko der Haltbarkeit der Maschine sowie der Ersatzteilversorgung wird vom Systemanbieter übernommen, der vor Ort Reparaturen durchführt. Auch ein Wechsel der Geräteklasse ist bei einigen Anbietern möglich, um das vorhandene System an die wechselnden Anforderungen des Kunden anzupassen. Diese Bequemlichkeit hat selbstverständlich ihren Preis, entbindet jedoch von den Sorgen, die der Ausfall eines Kaffeevollautomaten sonst mit sich bringen kann.

Kaffeebohnen

Nicht jede Kaffeebohne eignet sich für einen Kaffeevollautomaten. Schon bei der Veredlung des Kaffees gibt es Unterschiede. In einigen europäischen Ländern werden dem Röstvorgang Zusatzstoffe beigegeben. In Spanien ist die Beigabe von Zucker gebräuchlich. Diese Art der fertig gerösteten Bohnen kann das Mahlwerk verkleben und damit ruinieren. Weiterhin können bei extrem günstigen Kaffeebohnen auch kleine Steine enthalten sein, die unter Umständen das Mahlwerk beschädigen.